Vereinbarkeit im Wochenbett … und andere Katastrophen

 

Man kann nicht alles planen

Ich hatte an alle Eventualitäten gedacht … DACHTE ich!!! Weit Gefehlt. Kaum war mein zweites Kind auf der Welt, war die Tagesmutter meines Sohnes für exakt 2 Wochen im Urlaub. Herzlichen Glückwunsch, Tatjana 😀

Wie plant man ein Wochenbett mit Kleinkind, wenn die Tagesmutter so lange keine Zeit hat? Ganz klar war nun Improvisation angesagt. Meine Mutter, die mich im Wochenbett betreuen wollte, ist voll berufstätig, genauso wie der Kindsvater von dem ich überdies getrennt bin. Wie also löst man das Problem?

Wahre Freundschaft zeigt sich in schweren Zeiten

Natürlich haben mich meine Freunde und Nachbarn und Verwandten nicht hängen lassen und es mir so einfach wie möglich gemacht. Schon in der Schwangerschaft und Trennungsphase standen mir viele Menschen zur Seite und ich bin dafür unendlich dankbar. Man fühlt sich geliebt und wertgeschätzt, wenn Menschen für dich da sind, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Hilfe annehmen und delegieren lernen

Damit ihre Hilfe effektiv zum Einsatz kommt, musste ich wissen, welche Art der Hilfe ich brauchte und wer diese Hilfe übernehmen sollte. Ich schrieb also alle Tätigkeiten auf, die gemacht werden müssen und fragte meine Mitmenschen, an welcher Stelle sie am Liebsten aushelfen würden und wie oft bzw. wie viel Zeit sie dafür opfern würden. Dann nahm ich dies in den Plan auf. Wenn jemand für Botengänge oder zum Einkaufen Zeit hatte, nahm ich dies in den Plan mit auf. Vieles hing von den Präferenzen und zeitlichen Möglichkeiten der Menschen in meinem Umfeld ab. Doch auch Spontanität und Improvisation flossen in den Plan mit ein. Wenn ein Freund in der Woche 1 Stunde zu Besuch kam, drückte ich gerne auch mal das Baby auf seine/ihre Arme, um duschen zu gehen.

Ergo: Vereinbarkeit ist abhängig von den Plänen und Bedürfnissen anderer Person als dir selbst. Aber sie ist auch abhängig von deiner Fähigkeit, deine Bedürfnisse und die Bedürfnisse der anderen zu erkennen. Wenn jemand putzen hasst und dann bei dir putzen soll, ist das keine gute Idee …

Ich will niemandem zur Last fallen

Oft in meinem Leben habe ich mich geweigert, Hilfe anzunehmen. Ich wollte nicht zur Last fallen oder jemanden mit meinen Sorgen belasten. Doch dann habe ich begriffen, dass gegenseitiges Helfen eine Freundschaft oder auch Familienbande stärkt. Ich ließ mich in die helfenden Arme meiner Mitmenschen fallen und wurde aufgefangen. Und ich signalisierte durch das Loslassen mein Vertrauen in die Freundschaft.

Interessanterweise haben meine Freunde sich in dieser Zeit auch untereinander besser kennengelernt und Bekanntschaften geknüpft. Es ist eine kleine, entspanne Truppe aus uns Frauen geworden, die alle auf der Suche nach einem Leben mit Vereinbarkeit sind. Ich denke, davon profitieren wir alle – auch die Kinder und indirekt auch die Männer.

Keine Angst mehr

Bevor du dir die neuste Folge des Podcasts anhörst, möchte ich noch eine Erkenntnis mit dir teilen:

Im Leben gibt es nur Angst oder Liebe. Man kann Dinge nur aus Angst oder liebe tun bzw. nicht tun. Aktuell unterlasse ich es, zu arbeiten, weil ich es liebe, Zuhause zu sein und diesen Blog aufzubauen. Ich möchte jeden Tag weniger Dinge machen müssen, die mich stressen. Stress ist eine Form von Angst. Angst, nicht gut genug oder schnell genug zu sein.

Mein Umfeld bringt mir jeden Tag so viel Liebe entgegen, dass ich keine Angst haben muss vor irgendetwas. Natürlich habe ich trotzdem noch Sorgen in meinem Leben, aber ich merke, dass auch diese „Arbeitspause“ ein Teil von Vereinbarkeit ist. Denn eine Pause macht mich noch stärker für alles, was bald auf mich zukommt.

(Und, so nebenbei gesagt, ist ein Neugeborenes und ein Kleinkind zu betreuen und glücklich zu machen auch ein Fulltime Job. Während ich diesen Beitrag schreibe, schläft Lilly im Übrigen gerade in meinem Jersey-Tragetuch. Dieser Blog ist daher wirklich mit meinem Leben vereinbar.)

Und jetzt viel Spaß beim Podcast-Hören. Schön, dass es Euch gibt !!!!

 

 

 

Photo by Jess Watters on Unsplash

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